Als emissionsfreie Alternative zu Erdöl ist Grüner Wasserstoff zentral für die Energiewende. Das Leuchtturmprojekt AquaVentus sieht vor, mit klimafreundlicher Wasserstofftechnologie weltweit Signale zu setzen. Mit Helgoland in der Deutschen Bucht verfügt es über ein optimales Reallabor, um die Ziele der deutschen und europäischen Wasserstoffstrategie nachhaltig zu erreichen.

Das visionäre Vorhaben von AquaVentus: 10 Gigawatt Erzeugungsleistung für Grünen Wasserstoff aus Offshore-Windenergie bis zum Jahr 2035 sowie dessen Transport an Land. Eine Million Tonnen Grüner Wasserstoff pro Jahr könnten schon bald von Helgoland bis in die Doggerbank gewonnen werden.

Über den Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung hinaus, eröffnet AquaVentus Entwicklungschancen für die Energiewirtschaft, für eine CO2-freie Industrie, den Anlagenbau, den maritimen Sektor, für Chemie, Mobilität und Logistik.

Getrieben wird das Pionierprojekt von einem starken Konsortium: Der Förderverein AquaVentus setzt sich zusammen aus hochinnovativen Organisationen und Forschungseinrichtungen sowie international führenden Unternehmen, die mit der Erzeugung von Grünem Wasserstoff auf See ein neues Zeitalter klimafreundlicher Energie ausrufen.

Die AquaVentus-Vision

Statements zu AquaVentus

Abgesehen von der technischen Pionierarbeit, mit dessen Hilfe bis zum Jahr 2035 10 Gigawatt Erzeugungsleistung aus Offshore-Wind umgesetzt werden können, zählt die langfristige Einbindung in ein europäisches Wasserstoffnetzwerk zu den Vorhaben der AquaVentus-Projektfamilie.

Der Endpunkt Doggerbank bindet an weitere Offshore-Wasserstoff-Hubs an, Querverbindungen nach Großbritannien, Dänemark und in die Niederlande machen Wasserstoff als universelles Handelsprodukt europaweit verfügbar. Das integrierte Konzept der Projektfamilie wirkt auf mehreren Ebenen: Energieerzeugung, Infrastruktur, Industriepolitik, Naturschutz und Klimaschutz.

2023: Erster Prototyp in Mukran, Sassnitz

Das Startprojekt AquaPrimus unter der Führung von RWE bietet vielfachen Mehrwert für den Standort Deutschland als Grüne Wasserstoffnation: Hier wird der 14 MW-Prototyp einer serienreifen, dezentralen Erzeugungseinheit zunächst entwickelt, dann ein Jahr lang für den Weltmarkt getestet. Parallel zum Probebetrieb wird die weitere Entwicklung vorangetrieben. Besondere Vorteile zur Optimierung der Konfiguration ergeben sich durch einen leichten Zugang über die Kaikante. Anschließend beginnt der Regelbetrieb vor Ort mit Einbindung ins Stromnetz. Der anfallende Bedarf an Grünem Strom wird weitestgehend über einen eigenen Photovoltaik-Park vor Ort sichergestellt.

2025: Zwei weitere Offshore-Pilotanlagen kommen hinzu

Nach der erfolgreichen ersten Phase werden zwei Pilotanlagen im Küstenmeer vor Helgoland errichtet sowie eine Anbindung der beiden 14 MW-Anlagen per Pipeline über Helgoland-Testfeld bis zum Südhafen gelegt. Beide Anlagen arbeiten ohne Anschluss ans Stromnetz autark im Inselmodus. Nach einjährigem Probebetrieb in Vorbereitung der Serienreife wird der kommerzielle Regelbetrieb zur Dekarbonisierung Helgolands aufgenommen.

Das europaweit einzigartige Forschungsareal AquaCampus eröffnet Wissenschaftlern und Partnern aus der Industrie die Möglichkeit, Über- und Unterwassertechnologien unter realen Bedingungen zu entwickeln und sowohl in Langzeitversuchen als auch in kurzzeitigen Prüfszenarien zu erproben. Nur wenige Seemeilen von Helgoland entfernt kennzeichnen acht gelbe Tonnen in der Nordsee das drei Quadratkilometer große und 45 Meter tiefe Forschungstestfeld. Neben Prüfmöglichkeiten für Materialien und Beschichtungen zum Schutz von Oberflächen im Helgoländer Südhafen werden hier neue Technologien für den Einsatz in maritimer Umgebung getestet – angefangen bei Materialien, Bauweisen und Fügetechniken über Sensoren und Aktuatoren bis hin zu vollständigen Methoden und Prozeduren. Auch die Unterwasserroboter und -Fahrzeuge können unter Realbedingungen ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit beweisen.

Die Forschung auf dem offenen Meer war bislang nur unter aufwendigen Bedingungen zu gestalten: Wer große Bauteile oder komplette maritime Systeme untersuchen wollte, musste ein Schiff anmieten und auf die richtigen Wetterbedingungen hoffen. Langzeitversuche waren vor AquaCampus kaum durchführbar. 

2024: Ausbau des Helgoländer Vorhafens

AquaPortus widmet sich dem stufenweisen Ausbau der Hafenanlagen im Vorhafen der Insel Helgoland zum zentralen Wasserstoff-Hub in der Nordsee. Dies beinhaltet den Aufbau einer LOHC (Flüssige organische Wasserstoffträger)-Infrastruktur zur Aufnahme und Weiterverarbeitung der AquaPrimus-Produktionsmenge und die Umstellung der Insel-Wärmeversorgung von Heizöl auf klimaneutrale LOHC-Abwärme. Um die Insel als Knotenpunkt für ein europaweites H2-Pipeline-Netzwerk nutzen zu können, werden hier erste H2-Mobilitäts-Lösungen, wie die Dünenfähre oder Serviceschiffe für die bestehenden Offshore-Windparks vor Helgoland, eingesetzt.

2026: Ganz Helgoland wird grün

Der Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur auf Helgoland wird fortgesetzt. Darüber hinaus wird die Insel auf grüne Versorgung ausgerichtet. Dazu gehört die Umstellung der sogenannten „N-1-Notstromversorgung“ auf Brennstoffzellen inklusive Systemdienstleistungen, die Zwischenspeicherung notwendiger H2-Puffermengen auf See und die Demontage der bestehenden, fossilen Infrastruktur, wozu zu Beispiel Dieselgeneratoren und -tanks sowie der massive Gittermastschornstein der Insel zählen.

2029: Helgoland als Wasserstoff-Hub der Nordsee

Nach dem Abschluss des Ausbaus der Hafeninfrastruktur wird Helgoland zum zentralen Wasserstoff-Hub in der Nordsee, über die Insel in der Deutschen Bucht erfolgt zudem die Versorgung der Nordseeküstenregion mit Überschussmengen aus AquaPrimus und AquaSector per Feeder. Künftige H2 oder LOHC getriebene Schiffe bunkern auf Helgoland, wobei alle anlaufenden Schiffe CO2 neutral fahren.

2028: Das neue AlphaVentus

Mit AquaSector geht der „Proof of Concept“ in Kraftwerksgröße in Betrieb: Hier werden technischen Herausforderung im Pilotprojekt und Projekte in Gigawattgröße gelöst. Dafür muss das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) das Windvorranggebiet „SEN-1“ in der Deutschen Bucht für die Ausschreibung bis spätestens Mitte 2022vorbereiten. Das bei der Ausschreibung erfolgreiche Konsortium aus Betreibern und Herstellern errichtet dann dort den weltweit ersten, großskaligen Offshore-Wasserstoff-Park – das neue AlphaVentus. Mit einer installierten Leistung von 290 MW erzeugt dieser große Mengen Grünen Wasserstoff auf einer zentralen Elektrolyse-Plattform im Windpark. Bis zu 25.000 t an Grünem Wasserstoff werden dann über das zweite AquaDuctus Pipeline-Segment nach Helgoland geleitet.

2030: Schritt für Schritt zu 100.000 t

Die dedizierte Wasserstoffpipeline wird bis in den „Entenschnabel“ im äußersten Nordwesten der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) erweitert. Gleichzeitig erfolgt die Anbindung an ein landseitig entstehendes Pipeline-Netzwerk. Das erste Gigawatt an Erzeugungskapazität wird vergeben und befindet sich in der Errichtung. Bis zu 100.000 Tonnen an preisgünstigem Grünen Wasserstoff stehen für Wirtschaft und Mobilität zur Verfügung.

2035: Es wird groß!

Mit 10 GW entsteht bis 2025 eine signifikante Offshore-Erzeugungskapazität für Grünen Wasserstoff. Die zentrale Pipeline stellt den erfolgreichen Projektierern eine verlässliche, diskriminierungsfreie und preisgünstige Möglichkeit des Wasserstofftransports an Land zur Verfügung. Der Ersatz von fünf Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) Stromanbindungen bietet deutliche volkswirtschaftliche Vorteile, schont den Naturraum Wattenmeer und entlastet die Übertragungsnetzbetreiber beim konventionellen Netzausbau.

Aktuell gehören 27 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen dem AquaVentus Förderverein an. Eine Mitgliedsliste können Sie hier downloaden: AquaVentus_Gründungsmitglieder.pdf

Jörg Singer

Jörg Singer

1. Vorsitzender
Bürgermeister Helgoland

Sven Utermöhlen

Sven Utermöhlen

Stv. Vorsitzender
COO Offshore Wind Global, RWE Renewables GmbH

von dem Bussche

Christoph von dem Bussche

Stv. Vorsitzender
Geschäftsführung, GASCADE Gastransport GmbH

Fabian Ziegler

Fabian Ziegler

Stv. Vorsitzender
Vorsitzender der Geschäftsführung, Deutsche Shell Holding GmbH

Martin Gerhardt

Martin Gerhardt

Stv. Vorsitzender
Senior Vice President, Offshore Platform and Portfolio Management, Siemens Gamesa Renewable Energy A/S

Kay Martens

Kay Martens

Schatzmeister
Geschäftsführer, Versorgungsbetriebe Helgoland