Helgoland/ Berlin, 08. Oktober 2021 – Die Vision wächst weiter: Potenzial für bis zu 1,3 Mio. Tonnen Wasserstoffproduktion im Jahr biete die Nordsee, stellte jüngst eine Studie im Auftrag der Stiftung Offshore-Windenergie fest. „Das ist eine erfreuliche Bestätigung unseres Vorhabens und zeigt die praktische Umsetzbarkeit unserer Ziele und die großen Potenziale für eine heimische Offshore-Erzeugung von Wasserstoff“, sagt Jörg Singer, Vorstandsvorsitzender des AquaVentus-Fördervereins und Bürgermeister von Helgoland. Dieses Potenzial sehen auch große Teile der internationalen Industrie und Wirtschaft. Sechs Organisationen schlossen sich im September 2021 der Initiative an: der Großrohrhersteller EUROPIPE, die Innovationsunternehmen Empit und FutureOn, das internationale Beratungsunternehmen ERM, das japanische Handelsunternehmen Marubeni und der Kreis Pinneberg.

Verstärkung bei Großleitungen
Der führende Großrohrhersteller Europas, EUROPIPE, schließt sich AquaVentus an. Das Joint Venture der Salzgitter AG und der AG der Dillinger Hüttenwerke hat sich auf längsnahtgeschweißte Rohre für On- und Offshore-Leitungen und Gasröhrenspeicher spezialisiert. Mit der Mitgliedschaft bei AquaVentus möchte EUROPIPE eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft vorantreiben. Dr. Christoph Kalwa, Senior Manager Services/Pre Sales, bestätigt: „Grüner Wasserstoff aus Windenergie wird zu einer kontinuierlichen Energieversorgung der Industrie aus umweltfreundlicher Erzeugung beitragen. AquaVentus steht für uns für eine verlässliche Nachhaltigkeitslösung aus Deutschland, zu der wir zu einer sicheren Anlandung des Wasserstoffs per Pipeline unseren Beitrag leisten wollen.“

Innovationen im Gepäck - elektromagnetische Pipeline Überwachung und „Digital Twins"
Neu dabei sind die beiden Innovationstreiber EMPIT und FutureON. Die EMPIT GmbH, mit Sitz in Berlin, bietet die nicht-invasive Inspektion von nichtmolchbaren und schwer zu inspizierenden Leitungen an. Das von EMPIT entwickelte Verfahren der Strom-Magnetometrie (CMI) ermöglicht die kontaktlose Zustandserfassung von erdverlegten Rohrleitungen sowie die zeitgleiche Vermessung von 3D-Lage, Geometrie und Überdeckung. Dabei werden mögliche Fehlstellen in der Rohr Innen- und Außenwand detektiert, um so eine präzisere Aussage über die verbleibende Nutzungsdauer der Leitungen zu erhalten.
Wasserstoffleitungen stellen die Betreiber dabei vor besondere Herausforderungen. Das Verfahren von EMPIT kann dazu beitragen den Transformationspfad in der Energiewende sicher zu gestalten.

Ähnlich erfindungsreich geht es beim norwegischen Großunternehmen FutureOn zu. Das global agierende Softwareunternehmen ist Anforderungen der Energiebranche spezialisiert. Unter anderem hat es die ausgezeichnete SAAS Field Design Anwendung, FieldTwin Design, und die API-orientierte Kolla-borationsplattform, FieldTwin, entwickelt. Darrell Knight, Executive Vice President of Strategy and Partnerships, freut sich über die Mitgliedschaft bei AquaVentus: „Wir sind stolz darauf, Teil dieser wichtigen Initiative zu sein und wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit bei der Entwicklung von wegweisenden Lösungen für die Energiewende“.

Kompetenz bei nachhaltigen Technologien, internationalem Handel und Verwaltung
Seit jeher an Nachhaltigkeitslösungen orientiert ist das weltweit agierende Beratungsunternehmen ERM (Environmental Resources Management). Es berät Industrieunternehmen, global und regional, aber auch ausgewählte Institutionen und Behörden unter anderem in den Bereichen Umweltschutz, Gesundheit und Arbeitssicherheit, Risikomanagement und gesellschaftliche Themen. Durch die Verknüpfung von fundiertem technischen Wissen und zu Nachhaltigkeitsthemen und strategischer Unternehmensberatung bietet ERM innovative Unternehmenslösungen an. ERM beschäftigt mehr als 5.500 Mitarbeiter in über 40 Ländern und Regionen, die in mehr als 160 Büros arbeiten.
 Zusammen mit Simply Blue Energy und dem AuqaVentus-Mitglied Subsea 7 ist ERM am Projekt Dolphyn beteiligt. Das Projekt entwickelt den weltweit ersten Prototypen einer schwimmenden Windturbine mit eingebautem Elektrolyseur. Entwickelt wurde das Dolphyn-Konzept von ERM. Das Unternehmen verpflichtet sich außerdem ausdrücklich den UN-Zielen für Nachhaltigkeit und dem World Business Council for Sustainable Development. Mit seiner Mitgliedschaft bei AquaVentus unterstreicht ERM diesen Aspekt.

Auch über erneuten Zuwachs aus Japan freut sich AquaVentus. Das global tätige Handelsunternehmen Marubeni Corporation, mit Sitz in Tokio, bedient eine breite Handelspalette, unter anderem in den Bereichen Lifestyle, Immobilien, Lebensmittel, Forsterzeugnisse, Chemikalien, Metalle und Mineralien, Energie, Stromhandel, Maschinen, Mobilität und Infrastruktur, der Flugbranche und Schiffe. Darüber hinaus verpflichtet sich das Unternehmen bis 2050 klimaneutral zu werden und möchte sich aktiv für eine dekarbonisierte Gesellschaft einsetzen. Grüner Wasserstoff, so Marubeni, wird eine Schlüsselrolle bei allen Dekarbonierungsplänen spielen. Das Unternehmen möchte die Erfahrungen aus seinen Wasserstoff-Projekten bei AquaVentus mit einbringen, um die Anstrengungen der Initiative zu unterstützen.

Lokal wiedrum erhält AquaVentus Unterstützung aus dem einwohnerstärksten Kreis Schleswig-Holsteins: Der Kreis Pinneberg, zu dem Helgoland gehört, tritt der Initiative bei. Ziel des Kreis Pinneberg ist es, die nationalen Klimaschutzziele mit eigenen aktiven Beiträgen zu erreichen. Wasserstoff ist ein aussichtsreicher Energieträger der Zukunft und nimmt eine Schlüsselrolle in der Energie- und Mobilitätswende ein. „Mit dem Beitritt zu AquaVentus unterstützt der Kreis Pinneberg ein Zukunftsprojekt für den Klimaschutz, die Region und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung einer klimaneutralen Westküste. Die Region gewinnt dadurch an Attraktivität als Wirtschaftsstandort. Bei der Wasserstofftechnologie geht es auch um zukunftsfähige Arbeitsplätze und neue Wertschöpfungspotenziale“, freut sich Landrätin Elfi Heesch.

 

Über AquaVentus
Bis zu einer Million Tonnen Wasserstoff jährlich will die AquaVentus-Initiative durch Offshore-Wind-Elektrolyse bis zum Jahr 2035 in der Nordsee erzeugen. Die Projektfamilie des Fördervereins umfasst zahlreiche Teilprojekte entlang der Wertschöpfungskette von der Herstellung von Wasserstoff in der Nordsee bis zum Transport zu Abnehmern auf dem Festland. Diese aufeinander abgestimmten Konsortien synchronisieren Bedarf und Erzeugung und ermöglichen so einen zügigen Markthochlauf. Zur AquaVentus Projektfamilie gehören zum Beispiel: Die Entwicklung von Offshore-Windenergieanlagen mit integrierter Wasserstofferzeugung (AquaPrimus), eines großskaligen Offshore-Wasserstoff-Parks (AquaSector), einer zentralen Abnahmepipeline (AquaDuctus), Hafeninfrastrukturen (AquaPortus), maritime wasserstoffba-sierte Anwendungen (AquaNavis) sowie die Forschungsplattform (AquaCampus).
Mehr unter http://www.aquaventus.org

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AquaVentus Förderverein (in Gründung)
Benita Stalmann
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